Zitat der Woche

"Deshalb sage ich, dass es hier spukt - mein Laden ist voll von den Geistern der Bücher, die ich nicht gelesen habe. Armen ruhelosen Geistern, die immer um mich herum sind. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Geist eines Buches zu bannen - man muss es lesen."

(Christopher Morley)

Freitag, 23. November 2012

Villa des Schweigens


Villa des Schweigens von Ulrike Rylance
ISBN: 978-3-423-71513-3
Preis: 6,95€
genau 235 1/2 Seiten

Klappentext:
DER TOD WOHNT NEBENAN...
Ein WG-Zimmer in einer riesigen alten Villa - was für Nina zunächst nach großem Abenteuer und jeder Menge Spaß klingt, wird schon bald zum reinsten Horror. Es verschwinden Dinge aus ihrem Zimmer und sie fühlt sich permanent beobachtet. Spätestens als die Freundin ihres Mitbewohners nach einer Party tot im Flur liegt, weiß Nina, dass sie in allerhöchster Gefahr schwebt.

Inhalt:
Nina geht für einen Ferienjob nach Leipzig, wohnt zunächst bei ihrer Tante, will wegen der nervigen Zwillinge jedoch sofort dort weg. Als sie endlich ein super Zimmer findet, holt sie sofort ihre Sachen und zieht ein.
Doch jeder der Mitbewohner ist auf seine eigene Art seltsam.
Claire - das einzige Mädchen, hat extreme Stimmungsschwankungen. Es wechselt zwischen "Ninas neue beste Freundin" und "Fass meine Sachen nicht an, ich will dich nicht sehen.".
Benjamin - der dunkelhaarige Junge, der so gut wie nie einen Ton sagt und somit sehr mysteriös wirkt.
Stefan - der hübsche Typ mit Barbie-Freundin, die ihn nur zu nerven scheint, an der er aber trotzdem jeden Tag hängt.
Und Julius - den Besitzer des Hauses, dessen Sachen man nicht anfassen darf. Der vergammeltes Essen isst, komisches Verhalten an den Tag legt und einmal drogenabhängig war.
Kaum hat sich Nina ein wenig mit Lauren, Stefans Freundin, angefreundet und schon ein paar Details zu den so verschiedenen Mitbewohnern herausbekommen, wird Lauren umgebracht.
Es wird als Selbstmord hingestellt, doch das Gedicht in Laurens Hand spricht Bände. Sie hat es nicht selbst geschrieben. Genauso wie Nina die seltsamen Gedichte, die in ihrem Zimmer aufgetaucht sind, nicht selbst geschrieben und sich auch die Schokolade und die Blumen nicht selbst auf das Bett gelegt hat.
Fragte sie sich bisher, ob dies eine Anmache oder eine Drohung war, steht für sie nach Laurens Tod fest, dass auch sie selbst sich in Gefahr befindet.
Aber wer ist der Mörder? Stefan, der an dem Abend mit ihr Schluss gemacht hat? Benjamin, in dessen Armen sie Lauren kurz vorher heimlich beobachtet hat? Claire, die sie sowieso nie abkonnte? Julius, der komische Kautz, denn schließlich starb Lauren an einer Überdosis? Oder war es vielleicht gar keiner ihrer neuen Mitbewohner?

Meinung:
Spannend bis zum Ende, jeder macht sich irgendwie verdächtig, doch ein wahres Motiv sucht man vergebens. Und was hat das ganze mit Nina zutun, schließlich bekommt ja auch sie Gedichte in ihr Zimmer?
Ebenfalls spannungssteigernd sind die kurzen Abschnitte, die aus Sicht des Täters geschrieben sind, ohne zu verraten, wer es ist. Hingegen etwas ausgelutscht ist dann am Ende das tatsächliche Motiv, wobei natürlich trotzdem plötzlich alles einen Sinn ergibt, zusammenpasst und man sich als Leser fragt, warum man nicht schon früher darauf gekommen ist.
Schade ist auch, dass die seltsamen Eigenarten nicht bei allen Mitbewohnern aufgedeckt werden. Bei einem bleiben für mich am Ende noch offene Fragen, was ich äußerst unschön finde. Das mal so als größten Kritikpunkt.
Zum empfehlen für Mädchen ab 14/15.

"Hass.
Laut Wörterbuch eine sehr starke Abneigung gegen jemanden oder etwas.
Synonyme sind Abscheu und Übelwollen. Kein Plural.
Wie lächerlich.
Das reicht nicht aus.
Was ich für das Mädchen empfinde, ist mehr als Abscheu oder Übelwollen.
Hass ist, wenn man jemandem den Tod wünscht.
Wenn man diesen Jemand zum Schweigen bringen will. 
Für immer.
Gegenwort ist Liebe."

Kommentare:

  1. Klingt spannend, aber ich lese gerade alle Wallander-Krimis. :D Da haeb ich noch ne Weile Lesestoff! :D

    Liebe Grüße, Miss B.

    http://missblueberrymuffin.blogspot.de/

    AntwortenLöschen